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Reviews

Gerechtigkeits Liga, ‘Dystopia’ 12inch vinyl LP with gatefold cover, Zyklus records 2011

“Dystopia” is very old school and constantly awaking real dark atmospheres. Gerechtigkeits Liga combine noisy metal scraping attacks with ambient loops, bulky electronics with haunting voices. They use man-made percussion (John Murphy is drumming) and natural sound sources rather than “fat” synthetic beats and “socket sounds”. In my ears this is much more “Industrial” than the sounds produced by many of the so-called “Industrial” bands around at the moment. And “Dystopia” deals – as a good genre record does – with problems like social control and the lack of individual freedom. If there is one thing to criticize (in case you really want to find something) it’s the missing of a lyric sheet. But that’s all! The self-produced (!) record comes in a fine vinyl quality, with a well-designed minimalistic gatefold cover and in a magnificent, powerful sound. To discover all the ideas put into the tracks you should listen to “Dystopia” loudly and very often!

Gerechtigkeits Liga 2011 reminds me a bit of Knifeladder with their rough drumming and scary atmospheres. Both bands lack the “disco”-attitude, they don’t use catchy melodies or “have-to-move”-rhythms. It’s rather music to listen to. But “Dystopia” bears at least two songs, the energetic “dystopian dream” and the martial “end of time”, that could make it into the clubs too. So I wish the phoenix a successful rising. More bands like Gerechtigkeits Liga are needed!

 Gerechtigkeits Liga Dystopia album review @ Club/Debil 

 

The reborn Gerechtigkeits Liga return with their second full-length record, many years after the historical “Hypnotischer Existenzialismus” (released back in 1985). Till Büggemann is again assisted by new member Ragnar and by John Murphy on percussion and other instruments, as they spread their dystopian vision along eight exciting tracks of haunting old school industrial. Mechanical yet tribal rhythms, metal percussion, assorted noises and disturbing atmospheres are the ingredients of this both inside and outside pitch black item. The complexity of the sound, the thundering heaviness of the drums and the deep vocals evoke a disquieting solemnity in songs like “Dystopian Dream”, “Justice”, “Dynamometer” and the epic gran finale “End Of Time”, as well as the apocalyptic scenario of a hopeless and oppressed metropolis in a near future that you can visualize while listening to the fantastic “Clockwork”. The album is a bit more than 30 minutes long, renewing the feeling with good old LPs that lasted maximum 40-45 minutes and ensured an attentive listening experience within a reasonable amount of time. “Dystopia” is a remarkable piece of industrial music and, undoubtedly, the best accomplished material assembled by Gerechtigkeits Liga to the present.

– Simon V.

Simon Valcauda – Gerechtigkeits Liga “Dystopia” 12″ Vinyl album review 

Den Faden wieder aufzugreifen dauert manches Mal durchaus lange. In Bezug auf die Veröffentlichung eines neuen Albums der GERECHTIGKEITS LIGA sogar ganze 26 Jahre. Das Projekt wurde Anfang der 80er Jahre – genauer 1981 – aus der Taufe gehoben und bewegte sich im zu dem Zeitpunkt gegebenen Industrial-Kontext. Man experimentierte mit Klängen, Geräuschen und Bildmaterial und machte dies auf (Video-)Tapes der Öffentlichkeit zugänglich. Dabei war die Arbeit jenseits heutiger technischer Möglichkeiten in jeder Beziehung natürlich noch Handarbeit. So wurden Loops noch mit Bandmaschinen mühselig hergestellt sowie Klänge aufwändig aufgenommen und reproduziert.
Die erste 12“-Vinylveröffentlichung „The Games Must Go On“ erfolgte 1984 auf dem eigenen ZYKLUSLabel, bevor 1985 auf SIDE EFFECTS die erste und bis dato einzige LP „Hypnotischer Existenzialismus“ erschien. Danach wurde es, was den musikalischen Output angeht, ruhiger um das Projekt – in den 90er Jahren hörte man von der GERECHTIGKEITS LIGA schließlich gar nichts mehr.
Erst 2004 wurde man für das Sampler-Projekt „Statement 1961“ auf Initiative von STEFAN SCHWANKE (IRONFLAME) wieder tätig und steuerte in den folgenden Jahren diverse Tracks zu Compilations bei. Via VINYL ON DEMAND erschien dann 2008 eine umfangreiche Box mit altem Material der Band und auch live war man unterwegs, wobei sich die Gerüchte verdichteten, dass wohl ein neues Album angedacht ist, welches spätestens seit Anfang 2010 unter dem Titel „Dystopia“ firmiert. Wieder auf dem eigenen ZYKLUS-Label erschienen liegt „Dystopia“ nun als Vinyl und Tape-Veröffentlichung vor. GERECHTIGKEITS LIGA heute, das sind das Gründungsmitglied TILL BRÜGGEMANN sowie der Berliner Produzent RAGNAR. Als dritter Mann muss Industrial-Urgestein JOHN MURPHY hinzugezählt werden, der an den meisten Stücken in irgendeiner Form beteiligt ist.
Musikalisch biedert man sich moderneren Strömungen dabei nicht an – weder Power Electronics noch Angst Pop lassen ihren Einfluss erkennen. Vielmehr arbeitet man einen eher ursprünglichen, organischen Ansatz des Industrial heraus, der allerdings auch vor dreckigen Grooves und Loops wie in „Fear“ oder vor 80er-WAX TRAX-Dance-Elementen wie in „Slash“ nicht haltmacht. Das führt zu einem wohltuenden Abwechslungsreichtum des Albums, der das Ganze zu einer dauerhaft spannenden Angelegenheit werden lässt.
Vordringlich herrscht allerdings ein metallisch-perkussiver, in Teilen fast tribalartiger, vielschichtiger Sound vor, der mit zurückhaltenden Vocals angereichert wird und der eine wahrhaftig postapokalyptische Dystopie zu beschreiben vermag. Rhythmisch hört man dabei deutlich die von KNIFELADDER bekannte Arbeit von JOHN MURPHY heraus. Das gilt zum Beispiel für das langsame aber unaufhaltsam voranstampfende „Justice“ aber ebenso für „Dynamometer“ und „Dystopian Dream“, bei dem allerdings der schlecht sitzende Gesang etwas stört. Die größte Wirkung hat bei mir allerdings das atmosphärische „Clockwork“ entfaltet, in dem sich eine düstere, nach verzerrter Orgel klingende Melodie ihre Bahn durch die Schreie und das Scheppern und Schlagen bricht. Hier wird auch wieder einmal deutlich, was vielen anderen Industrial-Projekten vor lauter vordergründigem Krach und peinlich dargestellter Haltung (?) heute abgeht – der Sinn für echte Atmosphäre. Abgeschlossen wird das Album schließlich mit einem lupenreinen Martial Industrial-Track namens „End Of Time“, der samt Gesang tatsächlich nach den besten, älteren Elementen von DER BLUTHARSCH klingt.
Trotz aller Abwechslung ist „Dystopia“ ein in sich stimmiges, überraschend gutes Album geworden, das auf den Punkt kommt und das keinerlei Längen aufweist. Abgerundet wird das Ganze von einer schlichten aber gerade im aufklappbaren Gatefold-Cover gut zur Geltung kommenden Gestaltung und einer sehr guten Pressung. Mal sehen, wann der Faden das nächste Mal wieder aufgegriffen wird.

Tony F. – NONPOP >GERECHTIGKEITS LIGA: Dystopia (Rezension)

GERECHTIGKEITS LIGA veröffentlichten Anfang der 80er eine Reihe von Tapes und eine 12″ bevor ihr erstes Vollzeitalbum auf GRAEME REVELLS Label Side Effects veröffentlicht wurde: „Hypnotischer Existenzialismus“ und die Auftritte waren gekennzeichnet von tribaler Perkussion, die weniger vom Futurismus (wie etwa VIVENZA, der sich explizit auf Marinetti berief) beeinflusst war, sondern vielmehr von der Rhythmik in „Primitive Culture[s]“, um einen Titel des ersten Albums zu zitieren – nicht im Sinne eines westlich-herablassenden Blicks, sondern beeinflusst von Eliades Band „Schamanismus und archaische Ekstasetechnik“.

Nach langer Pause, die lediglich seit der Jahrtausendwende durch ein paar Samplerbeiträge, die Wiederveröffentlichung alten Materials und ein paar Auftritte überbrückt wurde, ist „Dystopia“ (erst) das zweite Vollzeitalbum, nun in der Besetzung des in London lebenden Till Brüggemann, der die Band gründete und dem in Berlin ansässigen Ragnar; dabei wird der titelgebende „schlechte Ort“ durch andere Tracknamen („End of Time“, „Fallout“) apokalyptisch(er) ausgerichtet (man sollte nicht meinen Dystopie und Apokalypse seien synonym zu verwenden). Hier meint man sich doch vielleicht ins Berlin der frühen 80er zurückversetzt, als Blixa Bargeld unter dem drohenden Schatten des Atompilzes konstatierte, bald sei Schluss. Der Schatten Fukushimas hat bislang (noch) nicht zu einer ähnlich endzeitlichen Kollektivstimmung geführt, wenn auch zur Renaissance rot-gelber Aufkleber mit lächelnden Sonnen.

Der Eröffnungstrack „Justice“ kombiniert scheppernde und schleppende Perkussion mit rituell-rezitierendem Gesang: Hier wird in einer verlassenen Fabrikhalle inmitten der Überreste einer (ver)fallenden Zivilisation musiziert. „Slash“ dagegen wird von einem Drumcomputer dominiert und gibt dem Stück etwas Atemlos-Gehetztes, während „Clockwork“ an den Opener anknüpft. Die weiteren Tracks bewegen sich im Spannungsfeld von dieser im positiven Sinne archaischen Industriemusik und etwas weniger metallisch klingenden Tracks, wobei das unheilschwangere „Fallout“ fast schon wie ein Minimaltechnostück klingt. Schließlich endet das Album mit dem durch einen Bombastloop geprägten „End of Time“. Die meines Erachtens stärksten Tracks sind die, die sich nach Fabrikhalle anhören und der Gesang sich inmitten des Lärms fast verliert. Da wird man auch etwas an KNIFELADDER erinnert und es ist ganz passend, dass die beiden von John Murphy unterstützt werden, schließlich ist er ein Mitglied letzt genannter Band und spielte außerdem in den 80ern bei/mit SPK .

Bezogen auf moderne Endzeitliteratur stellte der Literaturwissenschaftler K. Ludwig Pfeiffer einmal fest, darin werde entweder „konkretes apokalyptisches Material [benutzt], um damit ideologischen Bedürfnissen den Mantel objektiver Situationsdiagnose umzuhängen. Oder aber sie erstatten apokalyptische Vollzugsmeldung: Der Untergang […] ist eingetreten, zu verwalten und gestalten ist der apokalyptische Nachlaß.“ Wie auch immer man GERECHTIGKEITS LIGA einordnen mag, eines muss man sagen: Ihre Gestaltung ist fast durchweg gelungen.

(M.G.)

http://africanpaper.com/2011/09/01/gerechtigkeits-liga-dystopia/#more-429

 

Gerechtigkeits Liga >Hypnotischer Existenzialismus/The games must go on< CD digipack/reissue of 1980’s material, Isegrimm Records 2005

Fascinating new anthology (at nearly 72 minutes) from German Industrial music pioneers and an interesting slice of Industrial music history. The first four tracks were originally recorded in 1983, and released in 1984 on Zyklus Records as a 12-inch single ‘The Games Must Go On’. This is followed by the Hypnotischer Existenzialismus LP (originally released in 1985 on SPK’s Side Effects label) and finally, seven tracks from a concert at New York’s Limbo Lounge in 1984. ‘The Games Must Go On’ still sounds invigorating. OK the electronics are not so sophisticated and the sampling is a bit primitive compared with 2005, but this CD showcases some imaginative use of multi-sampling techniques which were completely ahead of its time. It is ‘experimental’ music at its best: Challenging and demanding, but making your own senses work, no obvious tune or lyrics to hook on to. There is some Throbbing Gristle influence afoot here, but enough innovation to create a distinct sound. It is impressive how forward looking this compilation sounds; ’40 Days’ sounds like what we now call ‘dark ambient’, ‘Dark Sanctus’ is almost like 1990s nosebleed techno but recorded over ten years before. ‘Volkermord part I and II’ are a forerunner to Muzlimgauze, with Eastern beats and samples. ‘The End And The Evolution’ and ‘Talion’ are reminiscent of Cabaret Voltaire in their very early years with superb rhythm sequences. Other highlights include ‘Oskopistentraum’, which hints at the Industrial/Dance crossover which was to take off a few years later. This is a very worthy release, highlighting just how good the 1980’s underground electronic scene could be. For more information go to www.isegrimm.org (review by Mike Shankland)

Mike Shankland – Compulsion online – Gerechtigkeits Liga – Hypnotischer Existenzialismus 

Gerechtigkeits Liga/Gehirn Implosion >Centaurea Cyanus< 7″ white vinyl ltd edt.199, Verstand Records 2010

Beim ersten Durchhören dieser 7” war ich zugegebenermaßen etwas enttäuscht von Beitrag der Gerechtigkeits Liga. Das Stück, meines Wissens eines der ersten Lebenszeichen der Band nach langer Zeit, ist wahrlich kein “Kracher”. Doch die Stärken von “Wendehorn” liegen auch nicht bei der Tanzflächenkompatibilität. Der Track vereint einen sehr dunklen, mystischen Ambient aus zyklisch auf- und abschwellenden Sounds mit dezent aber wirkungsvoll eingestreuten Metallperkussions und kaum herauslösbaren Drums. All das zusammen sorgt für eine ziemlich bedrohliche aber auch kraftvolle Stimmung. Die seltsamen Flötentöne am Ende verstärken diesen Eindruck. Fast unweigerlich muss man an einen Soundtrack für einen Film über eine frühe Kultur und Steine bewegende Sklavenmassen denken. Gehirn.Implosion machen ja bekanntermaßen Noise, doch im Gegensatz zu vielen anderen Projekten recht einfallsreichen. Schon der Anfang des Stückes entspricht nicht den gängigen Klischees- da ist eine klare Stimme zu hören und ein Donnern wie von Schlägen an der Tür oder auf dem Tisch. Dann holt der Künstler das Schmirgelpapier heraus und zieht es (akustisch) über das Mikrophon. Dazu gesellen sich hohe Windgeräusche und mystische Stimmen. Ein gehobener Noiseambient sozusagen. Die Platte ist hübsch gestaltet, ganz in Schwarz mit einer blauen Blume (auch hier kommt man ohne Klischees aus), das auf 199 Stück limitierte Vinyl selbst ist weiß. Ein Beilage-Blatt gibt weitere Informationen zu den Projekten. Eine sehr angenehme Veröffentlichung, die vielleicht nicht sofort ins Ohr geht aber einmal dort angekommen, doch ihre Wirkung entfaltet.

Gerechtigkeits Liga / Gehirn.Implosion – Centaurea Cyanus (7”, verstand recs.) 

Gerechtigkeits Liga >Per Ignem Ad Lucem< 2 vinyl LP, 7″ vinyl bonus, Video DVD & army boot bag with G.L.logo imprint. ltd. edt.600 by Vinyl on Demand 2008

“Till BruggemannによるプロジェクトGERECHTIGKEITS LIGA。GLは82年より自身のレーベルZyklus Recordsより数本のカセットをリリース、リズム・ボックスやシンセサイザー、ノイズを用いた、インダストリアル/ノイズ作品を発表。暗くリチュアルなインダストリアル・サウンドやミステリアスなイメージはカルトの存在感タップリである。そして、GLがロンドンに立ち寄った際、ドミニク・ゲーリン (SPK/Twin Vision) によりグレアム・レベル (SPK) とブライアン・ウィリアムス (ルストモード) に紹介された縁でサイド・エフェクトから85年にアルバムをリリースするに至っている。今回VODは、Till Bruggemannの協力により初期GLをコンプリートすることに成功。※この中古品は会員限定の7インチ無しの通常流通盤です。”

GERECHTIGKEITS LIGA /PER IGNEM AD LUCEM /レーベル規格番号 

Gerechtigkeits Liga is the band/project which evolves around Till Brüggemann. In the early 80’s GL travelled to London to meet up with Domnik Guerin of Twin Vision/SPK. Dominik introduced them to Graeme Revell and Brian Williams of Lustmord, who were running Side Effects Records and both of them decided to release an album by GL. Two more GL tracks  were also released on the seminal compilation Vhutemas Archetypi, which also featured groups like Laibach, Lustmord & SPK.

The band is known for their mystical, almost martial and epic sounds, which can easily upset the listeners emotions. Nothing for weak nerves…
VOD and TB compiled a perfect supplement to the Lp Hypnotischer Existenzialismus.

The double Lp set is covering the very early musical period of the band. It includes outtakes, tape-contributions, a live performance from LA, as well as a Berlin Atonal-performance.
Attached you will also find a DVD with disturbing footage of early Video clips, a short Film as well as some other rare live Video clips from New York City.
The release comes in a silk-screened Army-Boot-Bag and members will receive a Bonus 7”.

Vinyl-On-Demand-Programm 2008

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